Noch mehr kreative
Möglichkeiten
Die neue Olympus E-410
erfüllt auch Ansprüche von anspruchsvollen Fotografen
Erneut bringt Olympus
Nachfolgerinnen von bestehenden Digicam-Systemen auf den Markt. Eine der
neuesten Spiegelreflexkameras ist die E-410, die die E-400 ergänzen oder
ablösen soll. Sie ist stabil gebaut, aber dennoch ziemlich kompakt. User mit
großen Händen werden auf der rechten Seite einen ergonomischen Griff vermissen.
Die Seite zum Halten und Auslösen der Kamera ist nicht besonders groß.
Ansonsten finden sich
Olympus-Treue sehr gut zurecht, denn die Bedienelemente sind übersichtlich
angeordnet. Beim Einstellrad wird auf Symbolen wie Portrait, Landschaft, Makro,
Sport und Nachtportrait sowie Auto, P, A, S, M und Scene zugegriffen. Eine
extra Korrekturtaste neben dem Auslöser bietet herausragende kreative
Möglichkeiten in einer sehr großen Spannweite von -5 bis +5 – Blendenstufen.
Bei einer Überbelichtung von
+5 bleibt der Verschluss lange offen, was verwackelte Bilder nach sich ziehen
kann. Zumindest bei bewegten Motiven. So schön diese Belichtungskorrektur ist,
so umständlich ist sie zu aktivieren. Die +/- Taste muss gedrückt gehalten
werden und eines der Einstellräder (das ohne Symbole) parallel dazu gedreht
werden. Das erfordert Übung und Geschick.
Wesentlich einfacher
hingegen ist es, mit dem integrierten Blitzlicht zu „spielen“. Links neben dem
Blitz befindet sich ein Blitzsymbol und eine Taste, die sowohl den Blitz
ausklappt als auch die Blitzmodi auf dem Display erscheinen lässt. Der User kann
rote Augen reduzieren, den Blitz manuell abschalten, ihn mit längerer
Verschlusszeit bedienen oder nur zu ¼, 1/16 oder 1/64 auslösen. Das beste
Ergebnis bei sehr dunklen Motiven erzielt die Wahl von „Slow“ oder auch
„Slow2“.
Sowohl das dunkle Zielmotiv
als auch die Umgebung werden harmonisch ausgeleuchtet. Bei „Full“ hingegen
„säuft“ das Bild mit dem schwarzen Sessel ab. Ebenso unbrauchbar sind die
Ergebnisse bei ¼, 1/16 und 1/64. Teilweise ergeben sich Schwierigkeiten bei
geblitzten Aufnahmen im Hochformat. Die portraitierte Person wird nur zur
Hälfte angeleuchtet. Es empfiehlt sich, den „Slow-Modus“ in Verbindung mit dem
Anti-Rote-Augen-Symbol zu verwenden, um solche Resultate zu vermeiden.
Tatsache ist, dass mit der
E-410 sehr gute Fotos gemacht werden können, wenn der User die Kamera
beherrscht und jede Menge eigener Einstellungen vornimmt. Sich nur auf die
vorgegebenen Programme oder die Automatik zu verlassen, kann unter Umständen zu
Frust führen.
Nagelneu ist „Live View“.
Wie bei den Kompakten kann der Nutzer den Bildausschnitt über den 6,4
Zentimeter großen Hyper Crystal LCD-Monitor wählen. Das kann teilweise von
Vorteil sein wie bei einer Sehschwäche oder Motiven aus besonderen Blickwinkeln
wie Frosch- oder Vogelperspektive. Über „Menu“ finden sich wie gehabt
mannigfaltige Möglichkeiten wie Plus-/Minus-Korrektur (nur bis +2/-2), diverse
Messungen (Spot, Hi, SH, mittenbetonte Integralmessung), die AF-Modi (S-AF,
C-AF, MF), Auto-Bracketing (Belichtungsreihe) und Anti-Schock.
Sowohl Kontrast, Schärfe als
auch Farbsättigung können bis +2/-2 im Menü „Bildmodus“ unter „Natural, Vivid,
Muted“ oder „Monoton“ angepasst werden. Selbstverständlich sind auch der
Weißabgleich und die ISO-Zahl variabel.
Beim Weißabgleich wird zugleich die Farbtemperatur eingestellt. Die ISO-Werte
reichen von 100 bis 1600. Im sehr hohen ISO-Bereich muss Bildrauschen in Kauf
genommen werden.
Dank der hohen Auflösungen
von 3648 x 2736 bei (HQ = High Quality und SQ = Super High Quality) und 10
Megapixeln gelingen sehr gute, scharfe und hoch vergrößerbare Aufnahmen. Bei
der E-410 erscheinen übrigens die Fotos auf dem Display etwas dunkler als auf
einem LCD-Rechnerbildschirm. Ein Supersonic Wave Filter sorgt für Staubschutz.
Positiv sind der Einsatz einer xd und einer Compact Flash-Speicherkarte sowie
die umfassende Auswahl an Profi-Objektiven, angefangen beim Makro über Fisheye
bis zum Extrem-Tele. Eine überzeugende Kamera für alle, die sämtliche kreativen
Programmiermöglichkeiten für sich ausschöpfen wollen.
© Corinna S. Heyn
Fotos bei Google +
|
Technische Daten:
Olympus E-410
Digital-Spiegelreflexkamera
mit Wechselobjektivanschluss
Gesamtanzahl Pixel: rund
11.8000.000
Optischer Pfad:
Halbspiegel mit schneller Rückstellung
Schärfentiefe: überprüfbar
Verschluss:
computergesteuerter Schlitzverschluss
Belichtungsmessung:
TTL-Messung bei voller Öffnung
ISO-Empfindlichkeit: 100 –
1600
Weißabgleich:
Bildwandlereinrichtung
Bilddatenspeicher:
CF-Karte, xD-Picture Card, Microdrive (16/32-kompatibel)
Auslösermodus: Einzelbild,
Serienaufnahme, Selbstauslöser, Fernauslöser
Blitzsynchronisation: Mit
Kameraverschlusszeit bis zu 1/180 Sek.
Anschlüsse:
USB-Buchse/Video Out-Buchse
Gewicht ohne Akku: 375
Gramm
|